Rhönklub-Header

Wir über uns

Kurzer Überblick über die Vereinsarbeit

Der Rhönklub Zweigverein Dietershausen e.V. wurde in 1926 gegründet und ist Mitglied im Gesamtrhönklub, welcher über 23.000 Mitglieder zählt. Dieser ist wiederum Mitglied im Verband der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine. Wir sind mit über 250 Mitgliedern einer der mitgliedsstärksten Vereine im Ortsteil Dietershausen. Ein wesentlicher Inhalt unserer Vereinsarbeit besteht in der Natur- und Kulturpflege, so auch der Betreuung von Wanderwegen und Ruhebänken in unserem Bereich. Hinzu kommt noch die Pflege von exponierten Landschaftspunkten in unserer Dorfgemarkung. Hier sind insbesondere die Haunequelle sowie der Lebersberg mit seiner Windfahne zu nennen. Der Schwerpunkt unserer Vereinsgemeinschaft ist jedoch die aktive Freizeitgestaltung, die insbesondere das Wandern in unserer schönen Rhön beinhaltet. Aber auch Aktivitäten für junge Familien zeugen von einem harmonischen und dynamischen Vereinsleben. Hierdurch wurde wiederholt unser Zweigverein für Neubürger und junge Familien zu einem Ansprechpartner und Bindeglied zu unserem Ortsteil Dietershausen. Familienfreundliche Mitgliedsbeiträge erleichtern die Integration in unsere Vereins- und Dorfgemeinschaft. Aber auch für Senioren sind wir aktiv. Einmal im Monat werden Seniorenwanderungen durchgeführt. die natürlich auch geselliges Vereinsleben mit einschließen. Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann besuchen Sie doch einfach einmal - und selbstverständlich unverbindlich - eine von unserem Verein durchgeführte Wanderung.

Oder sprechen Sie mich direkt an:

Thomas Schlereth, 1. Vorsitzender, 36093 Dietershausen, Rosenstraße 3, Tel.: 06656/7850

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Mitgliedsbeiträge

Auch unsere Mitgliedsbeiträge sind familienfreundlich:

Hauptmitglied jährlich 13,00€. Zusätzlich erhalten Sie den jährlichen Rhönkalender und vierteljährlich die Zeitschrift des Gesamtrhönklubs "Die Rhön - Wandern & Mehr"
Familienmitgliedjährlich 5 €
Jugendmitgliedjährlich 1 €

Bankverbindung VR Geno Bank Fulda
BIC: GENODE51FUL
IBAN: DE39 5306 0180 0006 7160 24

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Die Vorstandsmitglieder

1. Vorsitzender Thomas Schlereth
Rosenstraße 3, 36093 Künzell-Dietershausen
Tel.: 06656/7850, tom.schlereth@gmx.de
2. Vorsitzender Bernhard Schäfer
Tel.: 06656/5188
Schriftführerin Christiane Schlereth
Tel.: 06656/7850, christiane.schlereth@freenet.de
Wanderwart Marcel Nowak
Tel.: 06656/503362, marcel.nowak@web.de
Kassiererin Ute Wald
Tel.: 06656/1877, ute-wald@web.de
Wegewart Andreas Rink
Tel.: 0661/9627170, rink-kuenzell@t-online.de

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Chronik des Vereins

Zeichnung von
Seppel Reuter
Zeichnung

Die Wurzeln des Rhönklub - Zweigvereines Dietershausen stammen aus dem im Jahr 1923 gegründeten Heimatverein, welcher kurzerhand nach den Hauptinitiatoren Karl Wald und Andreas Bott „WaBo“ genannt wurde. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren Wanderfreunde aus Dietershausen Mitglieder im Rhönklub - Zweigverein der Nachbargemeinde Weyhers. Es war somit naheliegend, dass diese Mitglieder und die Mitglieder des Heimatvereines sich am 26.6.1926 offiziell zu einem neuen eigenen Zweigverein des Rhönklubs in Dietershausen zusammenfanden. Bereits ein Jahr später war der neue Verein auf 48 Mitglieder angewachsen.

Rhönklubfahne

Der 1. Vorsitzende des Vereins war Andreas Bott. Unter seiner Regie wurde die Erholungsanlage auf dem Gipfel des Lebersberges unterhalb der Windfahne geschaffen sowie die Anlage um das Kriegerdenkmal am Weinberg angelegt. Gleichzeitig wurden die ersten Erholungsbänke in der Gemarkung aufgestellt. Im Jahr 1936 verstarb Andreas Bott, sein Nachfolger wurde Karl Schäfer. Dieser verstand es, insbesondere die Jugend für das Wandern zu begeistern und neue Mitglieder zu gewinnen. In den Wintermonaten wurde so mancher schöner Heimatabend durchgeführt.

Der 2. Weltkrieg ging auch an dem Rhönklub- Zweigverein nicht spurlos vorüber. Aus noch vorhandenen Unterlagen kann man entnehmen, dass die Vereinsmitglieder im Feld Päckchen mit Rauchwaren zugesandt bekamen; Kriegsurlaubern wurde anlässlich der Teilnahme an Wanderungen die Zeche auf Vereinskosten erlassen.

Wandergruppe

10 Mitglieder kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück. Ihrer, sowohl auch den anderen Gefallenen und Vermissten der Gemeinde Dietershausen wird jedes Jahr anlässlich einer Wanderung zum Kriegerdenkmal auf dem Weinberg gedacht. Zu Ende dieses Krieges kamen die Vereinsaktivitäten vollständig zum Ruhen. Erst ab 1946 begann sich neues Vereinsleben zu regen. In 1947 wurde ein neuer Vorstand mit Wanderfreund Alois Storch an der Spitze gewählt. Nach dessen frühzeitigem Tod in 1948 wurde Albin Jestädt erster Vorsitzenden. Unter seiner Regie wurde der Bestand an Ruhebänken in der Gemarkung aufgestockt. Durch internen Querelen, den Tod von Mitgliedern und bedingt durch eine „ohne mich“- Einstellung ging der Mitgliederbestand auf 40 Personen zurück.

Kirmes 1954
Kirmes 1954

In 1952 übernahm Otto Schum die Vereinsführung, die er bis 1991 innehatte. Unter seinem langjährigen Vorsitz wuchs der Verein auf über 330 Mitgliedern an. Neben den zahlreichen Wanderaktivitäten wurde die Außenanlage am Kriegerdenkmal erneuert. In dieser Ära fällt auch der Aufbau einer weit über die Vereinsgrenzen bakannte Schwertertanz,- Volkstanz- und Fahnenschwenkgruppe, die sich in den 80er Jahren leider wieder auflöste. Der Zweigverein machte sich auch um unser althergebrachtes dörfliches Brauchtum verdient. So konnte der alljährliche Kirmestanz unter der Dorflinde wieder ins Leben gerufen werden; die Kirmesjugend integrierte sich dann in den örtlichen Kirmesverein. Auch das Hutzelfeuer wurde, nachdem sich keine Dorfjugend diesem Brauchtum annahm, alljährlich abgebrannt. Beginnend ab 1975 wurden fast jedes Jahr Mehrtageswanderungen- zunächst in der Rhön, später auch in anderen deutschen Mittelgebirgen- durchgeführt. Weiterhin wurden mehr als 40 Ruhebänke neu aufgestellt. Diese wurden vom Wegewart Lorenz Schäfer nach Feierabend in seiner Werkstatt uneigennützig hergestellt. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte  war die Fassung der Haunequelle am Fuße des Giebelrains und die dazugehörige Anlage. Diese wurde in vielen Stunden von den Mitgliedern des Vereins geschaffen und im September 1970 feierlich eingeweiht. Seitdem ist diese Anlage in der Pflegschaft des Vereines und für viele Besucher aus Nah und Fern ein friedvoller Rastplatz inmitten der Natur.

Otto und Lorenz

Für ihr fruchtbares Wirken wurde Otto Schum zum Ehrenvorsitzenden und Lorenz Schäfer zum Ehrenmitglied ernannt. Das Wirken dieser beiden Personen kam man als gutes Beispiel dafür benennen, dass ohne Idealismus und ehrenamtliches Engangement auf Dauer kein Verein erfolgreich bestehen kann. Renate Kretschmer übernahm von 1991 bis 1998 die Vereinsführung. Ihrem Wirken ist es mit zu verdanken, dass der alte Kalkofen am Westhang des Lebersberges wieder instand gesetzt wurde. In den Jahren 1996 – 1999 wurde hier nach alter Art Kalk gebrannt. Nachdem die Unterstützung durch den Initiator dieses Projekts, das  Zentrum für Dankmalpflege in Fulda – Johannesberg wegfiel,  wurde dieser Kalkofen leider wieder in den  Ruhestand versetzt. Seit 1999 hat Martin Schäfer als erster Vorsitzender die Geschicke der Vereinsführung übernommen. Der Giebelrain als höchste Erhebung in der Gemarkung von Dietershausen war und ist für den Rhönklub stets von besondere Bedeutung. Auf dem Gipfel wurde eine Sitzgruppe angelegt, um von hier aus den herrlichen Blick auf das Fuldaer Land und den Vogelsberg besser genießen zu können. Ebenso wurde die einmalige Fauna des Kalkmagerrasen mit seinen seltenen Orchideen besonders gepflegt. Hier zeichnete sich besonders der Wanderfreund Bernhard Müller durch sein ehrenamtliches Engagement aus. Seit den 1930er Jahren bestanden Planungen, auf dieser dominanten Erhebung ein Wanderheim für den Wandergau Fulda zu erbauen. Die bereits weit fortgeschrittenen Planungen zeugen von einem großen Vorhaben. Dieses Haus sollte eine Länge von ca. 30 m haben und mit einem etwa 20 m hohen Aussichtsturm gekrönt werden. Ende der 50er Jahre wurde von diesem Vorhaben jedoch endgültig   Abstand genommen. Eine Zeichnung, welche heute im Vereinsraum des Bürgerhauses in Dietershausen hängt, zeugt noch heute von dem ergeizigen Bauvorhaben.

Giebelrainfest 1955
Giebelrainfest
einst (ca. 1955)

Giebelrainfest 2006
Giebelrainfest 2006

Giebelrainfest 2016
Giebelrainfest 2016

Traditionell wird jedes Jahr an Christi Himmelfahrt das Giebelrainfest  abgehalten. Früher wurde es mit musikalischer Begleitung auf dem Gipfel des Giebelraines gefeiert.  Dieses Fest wurde, nachdem die Anlage an der Haunequelle geschaffen wurde, entsprechend verlegt. Zum heutigen Zeitpunkt sind fast 300 Mitglieder im Verein organisiert.

Wanderung um 2005

Damit ist der Rhönklub Zw.V. einer der größten Ortsvereine. Seine wesentliche Vereinsaufgabe liegt  insbesondere in der Pflege des Vereinslebens mit Wanderungen und sonstigen Veranstaltungen. Eine weitere Aufgabe ist die Unterhaltung der Rhönklubwanderwege sowie die Erhaltung der vielen vereinseigenen Ruhebänke. Hinzu kommt die Pflege von exponierten Landschaftspunkten wie die Haunequelle oder das Rondell auf dem Lebersberg incl. der Windfahne.

Martin Schäfer Dietershausen, Mai 2009

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Chronik der Haunequelle

„Haune heiss ich, die Fulda speis ich,
die Weser grüss ich, zur Nordsee fliess ich“

Haunequelle

Im Osten der Gemarkung von Dietershausen liegt der Giebelrain. Dieser ist mit 588 Höhenmetern die höchste Erhebung der Gemeinde Künzell.   Westlich des Giebelraingipfels entspringt die Haune, einer der größten Nebenflüsse der Fulda. Bei Bad Hersfeld- nach 66 Km mündet die Haune in die Fulda. Die Haune ist mehr das Produkt eines Feuchtgebietes. Dennoch wird die gefasste Quelle als die „richtige“ Haunequelle anerkannt. Spätestens in 1965 bestand der Wunsch, die Quelle der Haune  zu lokalisieren und diese zu fassen. Hauptinitiator war Otto Schum, der langjährige Vorsitzende des Rhönklub- Zweigvereines. Hierbei wurde er von dem Kulturwart und „Dorflehrer“ Otto Gramm unterstützt. Dieser verfasste auch den o.g. Vierzeiler, welche auf eine Bronzetafel den Austritt der Haune begrüßt. Der Landwirt Ferdinand Storch stellte für die Anlage sein Grundstück ohne Gegenleistung zur Verfügung. Haunequelle Dieses wurde dann von den Mitgliedern des Rhönklub Zweigverein Dietershausen hergerichtet. Mit einem Aufwand von etwa  250 unentgeltlichen  Arbeitsstunden wurden die Quelle und der Bachlauf mit Steinen eingefasst. Es wurden Tischgruppen errichte und der Platz wurde eingezäunt.  Ein großer Teil der Sachkosten übernahm der Landkreis Fulda, welcher in der Nähe auch einen Parkplatz für die Besucher anlegte. Am 6.9.1970 wurde die Anlage mit einem großen Fest feierlich eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben. In 1980 erwarb die Gemeinde Künzell das Grundstück. Seitdem ist der Rhönklub- Zweigverein Dietershausen Pächter dieser Anlage. War auch ursprünglich noch der Bau einer Schutzhütte vorgesehen, hat man hiervon mittlerweile Abstand genommen. Die „Haunequelle“ ist ein Platz inmitten der Natur. Ideal, um der Hektik des Alltags zu entfliehen. Als solchen Rückzugspunkt wird sie heute angenommen und dient vielen  Wandergruppen als Rastplatz. Leider ist der damals noch freie Blick auf das Dorf Dietershausen durch den Baumbewuchs unterhalb der Erholungsanlage verwehrt.

Martin Schäfer Dietershausen, Mai 2009

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Chronik des Kriegerdenkmals auf dem Weinberg

Kriegerdenkmal

In 1882 wurde in Dietershausen ein Kriegerverein (Kyffhäuserkameradschaft) gegründet. Mitglieder dieser Vereinigung waren die Kriegsteilnehmer des Deutsch- Französischen Krieges von 1870 bis 1871. Höhepunkt im Vereinsleben war der Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. Unter anderem führte man Preisschießen durch. Dies stand unter dem Motto: „ Üb Aug und Hand fürs Vaterland“. In Erinnerung an den Gefallenen des Krieges von 1870/71- Ignaz Klüh-  wurde von den Kriegsveteranen  die Erstellung eines Kriegerdenkmales initiiert. Diese Personen sind namentlich auf einer am Kriegerdenkmal angebrachten Bronzetafel aufgeführt. Die beiden Findlinge, die das Denkmal bilden, wurden mit den damaligen beschränkten Mittel unter großen Mühen von dem Fundort im Kohlgrund/Wiegrain zum Weinberg gebracht.

Steintransport Steintransport

Zu diesem bedeutsamen Ereignis lassen wir den Chronist Otto Schum berichten: Der große, fast kreisrunde Stein mit einem Durchmesser vom über 2 Meter und 80 cm Höhe wurde mit Drehwinden und Rollen auf den Eisenkarren geschoben. (Diesen Untersatz hatte Julius Auth zur Verfügung gestellt, der diesen Eisenkarren in seinem Basaltsteinbruch am Motzküppel benötigte). Mit 4 Pferden und 6-8 Ochsen und Kuhgespannen ging der Stein nun auf die Reise. Es war eine mühselige Stückarbeit. Der Karren war starr und lief nur gerade aus. Dadurch musste in jeder Kurve immer wieder die neue Richtung mittels Winden festgestellt werden. Eine Woche hat es gedauert bis man am Ziel war. Das schlimmste Stück war am Säurasen im Bereich des Bauer Diel. Täglich zerrissen Zugstränge, sodass der Schmied außer seiner Mithilfe beim Transport, auch diese wieder reparieren musste. Bei der letzten Etappe, so wissen heute noch lebende Zeugen zu berichten, hat Wilhelm  Flügel ein Fass Bier versprochen mit dem Bemerken, dass sie heute noch ans Ziel ankommen müssten. Er musste zahlen. Der zweite Stein wurde mit weniger Mühen nach oben gebracht. Nach Anbringung des auf einer Kugel stehenden Adlers und der beiden Tafeln mit den Namen der Veteranen wurde in einer schlichten Feier das Denkmal eingeweiht. Im August 1923 wurde nach dem verlorenen Krieg von 1914 bis 1918 durch den bestehenden Kriegerverein eine Tafel mit den Namen der Gefallenen von Dietershausen, Dassen und Kohlgrund angebracht. In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 wurden diese aus Hartglas gefertigten Tafeln wie auch der Adler von unbekannten Tätern zerschlagen. Viele Jahre lagen die einzelnen Stücke in der Schmiede. Man hatte nichts, um den aus Bronzeguss bestehenden Adler zu reparieren. Nackt standen die Steine auf dem Weinberg ohne Bedeutung für den Betrachter. Mehr und mehr wurden Stimmen laut: es muss etwas geschehen. Aber Geld war auch nicht da, und so kam man 1952 zu dem Entschluss, eine Tafel anzubringen. Auf dieser stand: „Gedenket aller Gefallenen der letzten 3 Kriege  1970 – 1914 – 1939  -  Im Gebete“ Ein Kunststeinkreuz krönte die Spitze des Steines, dass überhaupt nicht zu dem Naturdenkmal passte. Der Rhönklub, der unter dem Vorsitz von Otto Schum sehr aktiv geworden war, übernahm ab 1952 die Pflege des Denkmals. Weiterhin beschäftigte man sich mit dem Gedanken der Namensanbringung. Aber immer standen die Kosten und das fehlende Geld im Vordergrund. Nach Vorlage eines Kostenvoranschlages wurde nun mit Einvernehmen der Gemeinde Dietershausen im Winter 1961-1962 eine Haussammlung durchgeführt, die den stolzen Betrag von fast 3.000,- DM einbrachte. Nun war man der Sorgen enthoben und der Auftrag zur Fertigung der Kupfertafeln und der Reparatur des Adlers an die Firma Schreiner in Fulda gegeben.

Segnung

Am 17.Juni 1962 (Tag der Deutschen Einheit) wurde das Denkmal unter zahlreicher Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung in einer würdigen Feier durch den früheren Divisionspfarrer Knauf aus Burghaun kirchlich gesegnet und von Bürgermeister Schleicher wieder der Öffentlichkeit übergeben. Der Platz um das Denkmal herum war neu hergerichtet und durch Neuanpflanzung ergänzt worden. Die freigewordene Gedenktafel wurde nach Rücksprache mit der kirchlichen Behörde auf einer eigens dafür gehauenen Sandsteinplatte befestigt und auf dem alten Friedhof neben der Kirche aufgestellt. Die Kosten hierfür wurden zum Teil von dem nicht ganz benötigten Sammlungsgeld gedeckt. Sinn und Zweck dieser Einrichtung einer Gedenkstätte ist es, den Vereinen bei Festveranstaltungen mit Totenehrung den weiten Weg zum Weinberg zu ersparen“ Soweit der Chronist Otto Schum.

Kriegerdenkmal altes Bild

Unaufdringlich und doch würdevoll steht heute das Kriegerdenkmal auf dem Weinberg; durch den Wald von unmittelbaren Blicken vom Dorf geschützt. Für den stillen Betrachter ist es erschreckend, welchen hohen Blutzoll die 2 Weltkriege auch von den Menschen aus Dietershausen, Dassen und Kohlgrund gefordert haben und welche Trauer sie auslösten. In den Jahren 1914 bis 1918 sind 28 Gefallene und Vermisste zu beklagen.  Aus dem 2. Weltkrieg kehrten insgesamt 52 Soldaten nicht mehr zu ihren Familien zurück. Ihrer gedenkt alljährlich der Rhönklub- Zweigverein mit einer schlichten Feier unmittelbar am Kriegerdenkmal auf dem Weinberg.

  Martin Schäfer Mai 2009

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Von der Berghütte zum Hotel auf dem Giebelrain

Eine markante Erhebung in der Rhön ist der Giebelrain, ein aus Muschelkalk bestehender Berg. Mit einer Höhe von 588 m und den Grenzsteinen der alten bayrisch-hessischen Grenze lohnt sich der Besuch des Berges immer. In früheren Zeiten war der Giebelrain das Ausflugsziel für Fulda und Umgebung. Ob die vielen Besucher wohl ein Grund waren, dass der Landwirt Justinian Storch, dem ein Teil des Giebelraines gehörte, im Jahre 1889 eine Hütte auf dem Berg baute?

Nach Zeichnungen, die es von der Hütte gibt, hatte der Schankraum eine sechseckige Form (Pavillon) und einen Durchmesser von 4,92m. Der Pavillon bestand aus Holz, Toiletten sind in der Zeichnung nicht zu finden. Auf der einen Seite des Pavillons war ein Turm mit einer Höhe von 5,90 m und einer Grundfläche von 2,75m² angebaut. Er war mit einer Holztreppe versehen. Auf der anderen Seite des Schankraumes war ein Anrichteraum zu finden mit einer Grundfläche von 2,75 m².

Giebelrain Für frohe Feste war die Hütte auf jeden Fall geeignet, eine Drehorgel sorgte für die musikalische Unterhaltung. So wurde auch das Tanzbein geschwungen und so mancher Landwirt beschwerte sich, weil die Knechte und Mägde erst morgens nach Hause kamen. Es müssen schon schöne Stunden gewesen sein, die man auf dem Giebelrain verbrachte. Die Berghütte wurde zum Anziehungspunkt für Jung und Alt.

Selbst Landgräfin Anna von Adolphseck machte ihre Ausfahrt zum Giebelrain. Sie trank an einem Steintisch neben dem Hof des Justinian Storch ihren Kaffee. Ob sie die Berghütte jemals besucht hat weiß man nicht. Der Steintisch existiert noch heute, ein Stein erinnert daran, dass hier der Lütter- Fuldatal Sängerbund gegründet wurde.

Giebelrain
Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges stand die Hütte schon 25 Jahre. Durch die Wirren des Krieges lies auch der Betrieb der Berghütte nach. Sie verfiel, niemand kümmerte sich um den Erhalt. Das einzige was man heute noch sehen kann ist ein kleiner Erdhügel neben dem alten Grenzstein. Es existieren keine Unterlage darüber, wann die Berghütte abgerissen worden ist.

Das Giebelrainschutzhaus hat den Ersten Weltkrieg noch überdauert, aber Verfallserscheinungen hatten sich schon eingestellt. Der Zweigverein Fulda wollte sich ein neues, modernes und stabileres Haus bauen, aber die alten Giebelrainfreunde blieben in der Minderheit. So wurde 1924 das Fuldaer Haus auf der Maulkuppe gebaut. Aber als Modell hat wohl das Giebelrainhaus gestanden. Es wurde zwar nicht sechseckig aber dann doch rund. Als der Fuldagau 1943 seine Sternwanderung auf dem Giebelrain durchführte, kam der Gedanke auf, hier auf den alten Grundmauern ein Fulda-Gau-Haus zu errichten. Der damalige Gauvertreter Georg Steyer beauftragte den Architekten Schönbach, eine Zeichnung anzufertigen. Georg Steyer informierte (vermutlich) im November 1943 Rhönbundführer Oskar Milker über das Vorhaben des Fuldagaues auf dem Giebelrain:

„Es wird geplant, ein größeres dauernd bewirtschaftetes Gasthaus, in dem jedem Gauverein ein Zimmer zur Verfügung steht, zu errichten. Dieses Zimmer kann er mit 2 – 4 Betten ausstatten. Im großen Kameradschaftsraum soll jeder Zweig eine gemütliche Nische mit heimatlichen Wappen und Symbolen nach einheitlich ausgerichtetem Stil ausbauen. Im oberen Stock sollten sich 2 -3 größere Schlafsäle für unsere Jugendlichen und Wandergruppen befinden. Die Eingangspforte zu dem Bau bildet ein weithin sichtbarer Turm, der nach allen Seiten auch über den Wald einen Rundblick in den Fuldagau und auf das ganze Rhönmassiv von der Mottener Haube über das Dammersfeld, Wasserkuppe, Milseburg bis zum Stoppelsberg gewährt. Wer den Turm besteigt, geht durch einen Heldengedächtnisraum, der ihn und spätere Generationen daran erinnert…“

Wie ernst man den Bau des Hauses nahm, geht aus einem Rundschreiben vom November 1944 hervor. Hier ist zu lesen:

„Viele waren über die Planung eines Fuldagauhauses auf dem Giebelrain mit Ehrenmal sehr erfreut und drückten dieses in Spenden aus. Urlauber und Mitglieder des Zweiges Eichenzell spendeten als erstes 200 RM. Ein Uffz. spendete vom Südosten 100 RM. Der Zweigverein Dietershausen spendete bereits über 1000 RM. Kassel sammelt trotz der Angriffe wacker weiter, allen zur Nachahmung empfohlen.“

Giebelrain
Weiter zu lesen:

„Zum Gautag war ich in der glücklichen Lage, als besondere Überraschung die fertigen Pläne für das Fuldagauhaus vorlegen zu können.“

Auf einer Einladung zum Gautreffen im „Karpfen“ in Fulda werden die Mitglieder gebeten für das Mittagessen Fleischmarken mitzubringen.

Wenn man liest, dass die Mitglieder des Rhönbundes bei der Gautagung für das Mittagessen Fleischmarken mitbringen sollten, war die Zeit doch schlecht. Auf der einen Seite Krieg und Not, auf der anderen Seite die Planung eines so großen Bauwerkes. Auch wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte, muss man die Frage stellen, hätte sich das Hotel überhaupt rentiert? Was, wenn es so geworden wäre wie mit der Berghütte? Gebaut und dann dem Verfall Preis gegeben? So hätte die Möglichkeit bestanden, dass wir heute auf dem Giebelrain vor einer Ruine ständen.

Selbst der Rhönbund als Betreiber hätte das finanziell nicht stemmen können und nur durch Mitgliederbeiträge auch nicht. Urlaub machen, so wie wir es heute kennen, gab es noch nicht, es dürfte auch das nötige Geld gefehlt haben.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war auch das Ende für das Fulda-Gau-Haus gekommen. Die eingegangenen Spenden überließ der Gau dem Zweigverein Dietershausen mit der Auflage, das Geld nur für den Giebelrain zu verwenden.

War dieses Gebäude vielleicht nur Propaganda für die Soldaten an der Front? Wenn man darüber nachdenkt, ein riesiges Hotel auf dem Giebelrain, es hätte wohl die ganze Bergkuppe in Anspruch genommen. Das Vorhaben war meiner Ansicht nach zum Scheitern verurteilt. Allein die Frage, wie bekommt man das Wasser zum Hotel, die größte Quelle am Giebelrain ist die Haunequelle. Die ist in Privatbesitz und reichte wohl für die Versorgung der Menschen und Tiere am Giebelrain. Die Versorgung mit Wasser aus der Gemeinde Dietershausen wäre durch den Höhenunterschied kaum möglich gewesen, die Baukosten sehr hoch. Ein weiterer Grund dafür, dass das Hotel nicht gebaut wurde dürfte sein, dass Deutschland in Schutt und Asche lag, was dringend gebraucht wurde waren Wohnungen für die Ausgebombten und Heimatvertriebenen und der Aufbau des ganzen Landes. So geriet das Hotel am Giebelrain in Vergessenheit. Nur diesen Umständen ist es zu verdanken, dass wir den Giebelrain heute unverbaut in seiner ganzen Schönheit und Einzigartigkeit bewundern können. So wie er heute ist soll er auch bleiben!

Der Rhönklub Zweigverein Dietershausen hielt am Vatertag immer am Giebelrain sein Vatertagsfest ab. Im Jahr 1975 als man das Zelt und die Festausrüstung mit einem Schlepper abfuhr, überschlug sich der Schlepper samt Ladung, Personenschaden entstand keiner, der Sachschaden war erheblich. Aus diesem Grund verlegte der Rhönklub sein Vatertagsfest an die Haunequelle.

Seit dieser Zeit ist der Giebelrain frei von Veranstaltungen, was auch in der Zukunft so bleiben sollte. Am Pfingstmontag findet jährlich der Berggottesdienst statt. Bei der schönen Aussicht und in freier Natur ein Erlebnis.

Hoffentlich bleibt der Berg frei von Windkraftanlagen, in dieser Richtung wurde schon Interesse bekundet.

Was wurde aus den Spenden, die nach dem Krieg vorhanden waren? Es gab viele Jahre ein Konto bei der Sparkasse Fulda, als man 1970 die Freizeitanlage Haunequelle baute, wurde dieses Geld verbraucht. So ist es am Giebelrain geblieben.

Dietershausen, verfasst im April 2017

Bernhard Müller

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